Ludwig Schaffrath

Ludwig Schaffrath
Ludwig Schaffrath
"Monumentalfenster in der Bahnhofshalle der Shinkansen-Züge", 1981/82, Omiya/Japan, 12,5 x 4,4 m
"Monumentalfenster in der Bahnhofshalle der Shinkansen-Züge", 1981/82,  Omiya/Japan, 12,5 x 4,4 m

Der Maler, Graphiker und Glasmaler Ludwig Schaffrath gehört zu den weltweit bedeutendsten Glasmalern der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts. Durch seine umfangreichen Lehrtätigkeiten u.a. in Großbritannien, USA, Australien, Neuseeland, Japan und Skandinavien beeinflußte er ganze Generationen von Glasmalern. Seine zahlreichen Werke sind über Deutschland hinaus auch in öffentlichen und kirchlichen Bauwerken vieler Nationen zu finden. Auch als Maler, Graphiker und Entwerfer in kunsthandwerklichen Bereichen hat Schaffrath zahlreiche Werke geschaffen.


Biographie

Geb. 1924 in Alsdorf
1946/47 Studium an der Schlüterschule Nienburg
1947 " 54 Assistent und Dozent am Lehrstuhl für Malerei und Glasmalerei bei Prof. August Wendling (RWTH Aachen)
1985 Professur an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
1991 Retrospektive in den Museen von Aachen und Romont (CH)
06.02.2011 gestorben in Bardenberg bei Aachen


Charakteristik

Ludwig Schaffrath hat (zusammen mit Georg Meistermann) der deutschen Glasmalerei nach 1945 zu höchster internationaler Geltung verholfen. Seine besondere Fähigkeit liegt in der formalen Einbindung des Glasfensters in den architektonischen Zusammenhang und zugleich in der Beschränkung auf die handwerklichen Gesetzmäßigkeiten der Glasmalerei. Die klassische Tradition des in Bleiruten gesetzten "Glasmosaiks" aus farbig transparenten Scheiben steigert Schaffrath zu monumentaler Wirkung. Die bewußte räumliche Beziehung in großzügigen Formstrukturen, die diffizile graphische Ausarbeitung der Verbleiung wie auch die exakte Kenntnis des Materials, z. B. die unterschiedlichen Feinheiten weißer oder opaker Scheiben, sind die Grundlagen, auf denen auch größte Fensterflächen kompositionell bewältigt werden.


Bildbeispiel

"Monumentalfenster in der Bahnhofshalle der Shinkansen-Züge", 1981/82,  Omiya/Japan, 12,5 x 4,4 m  

Das Fenster im Bahnhof von Omiya bindet den Ort, d.h. die lebendige Geschäfts- und Stationshalle für den ersten Hochgeschwindigkeitszug der Welt, und die von dem Zug durchfahrene Landschaft zu einer gestalterischen Einheit zusammen. Das schillernde Licht aus weißen und farbigen Gläsern, Bahnen von Gleisen und Straßen, aufgereihte Flächen von Feldern und Stadtstrukturen verbinden Elemente der Schnellansichtigkeit, der Vogelperspektive oder der Kartographie mit dem authentischen Erlebnis von Licht und Farbe. Die Linearität und die typischen strengen Kontraste der japanischen Graphik begegnen hier der expressiven bewegten Farbenwelt des Westens und schlagen eine Brücke zum modernen Leben in Technik und Kultur.